Die Selbstkontrolle behalten

So, nach längerer Zeit gibt es auch mal wieder ein Zeichen von Lebendigkeit meinerseits. Nach dieser Pause überkam mich die Lust, einen neuen Artikel zu schreiben. Und genau darum soll es gehen: Pausen! (Perfekte Überleitung, nicht wahr?)

Arbeit und Kontrolle

Es ist doch zu verlockend, nach einer Stunde Arbeit noch die letzten Sätze fertig zu schreiben oder die letzten Emails zu beantworten und die Pause auf später zu verlegen. Doch was passiert dadurch mit uns?
Sicher mag es nicht allzu schlimm sein, sich 5 Minuten später als sonst zu entspannen. Aber seine wohlverdiente Ruhephase noch weiter aufzuschieben oder sie sogar wegzulassen bzw. dafür zu nutzen, die nächsten Schritte zu planen, ist schlimmer als Zimt mit Muskatpulver zu verwechseln (Ich weiß, wovon ich spreche). Die Arbeit mag noch so aufregend sein (was natürlich gerade bei den typischen Bürojobs kaum verwunderlich ist), wenn du die ganze Zeit durchackerst, wirst du die Kontrolle verlieren.
Ich rede von deiner Selbstkontrolle, das Gefühl, die Macht über deine Tätigkeit zu haben. Du bist ein Mensch, der eigene Entscheidungen treffen kann und sollte. Du willst nicht in einem Hamsterrad aus reaktivem Handeln gefangen sein, sondern dein Leben proaktiv gestalten. Ich wette, es gab bereits den einen oder anderen Moment in deinem Leben, in dem du dich richtig machtlos gefühlt hast. Ein schreckliches Gefühl, nicht wahr? Leider erlebt der Großteil unserer Bevölkerung dies jeden Tag. Vielleicht auch du.

Langsam steigern

Dieses Thema geht noch viel weiter, Arbeitspausen sind nur die Spitze des Eisbergs. Mit Sicherheit hast du schonmal eine neue Tätigkeit ausprobiert oder eine Umstellung in einem deiner Lebensbereiche gemacht. Wie bist du vorgegangen? Hast du dich schlagartig in die Sache vertieft oder hast du zwischendurch auch Abstand davon genommen? Um zu verdeutlichen was ich meine, erzähle ich ein paar kleine Geschichten von mir. Also los, Füße hoch und Popcorn auf den Tisch!
Vor einiger Zeit habe ich begonnen, mich für den Minimalismus und die Konsumkritik zu interessieren. Es war wirklich spannend und auch sehr spaßig, sich nach und nach von seinem Ballast in Form von unnötigen Gegenständen zu trennen und mehr auf qualitativ hochwertige Produkte zu achten. Fast täglich habe ich Dinge verkauft, verschenkt oder einfach weggeschmissen, die mir zu viel waren. Leider nahm die Sache irgendwann unkontrollierte Ausmaße an, sodass ich irgendwann mehr oder weniger nach Dingen gesucht habe, von denen ich mich trennen konnte. Ein umgekehrter Messi sozusagen. Seit ich allerdings wieder ein wenig zurückgekehrt bin und den Konsum (auch wenn er seitdem wesentlich bewusster ist) wieder erhöht habe, geht es mir besser als je zuvor. Ich habe kaum unnötige Dinge, genieße aber gleichzeitig das was ich habe und was ich konsumiere.
Momentan bin ich auf dem Weg, mich vegan zu ernähren. In Anbetracht dessen, dass Milch und Käse früher zu meinen Grundnahrungsmitteln gehörte, war das in der Anfangszeit gar nicht so einfach. Inzwischen habe ich es aber gut im Griff und muss noch nicht einmal auf irgendwelche künstlichen Ersatzprodukte zurückgreifen sondern kann meine pflanzlichen Mahlzeiten voll und ganz genießen.
Okay, worauf ich nun hinaus möchte, ist die Art und Weise, wie ich meine Lebensumstellung vollzogen habe. Gerade aus der ersten Geschichte habe ich sehr viel gelernt. Es ist nicht gut für uns, exzessiv einer Sache hinterherzujagen und von jetzt auf gleich einen kompletten Wandel durchzumachen. Wir steigern uns im schlimmsten Fall zu sehr hinein, sehen nichts anderes mehr und verlieren völlig unsere Selbstkontrolle.
Der bessere Weg ist es, zwischendurch Pausen zu machen, in denen wir in unsere alten Muster zurückkehren und über uns reflektieren können. Dies hilft uns, objektiver an die Umstellung heranzugehen und sie darüber hinaus langfristig zu etablieren. So habe ich es auch bei meiner Ernährungsumstellung gemacht. Statt nur noch pflanzlich zu essen, ließ ich erst das Fleisch weg, später die Milchprodukte. Momentan habe ich einen Tag in der Woche, an dem ich tierische Produkte verzehre und demnächst wird dieser auch wegfallen.

Es ist meiner Meinung nach wichtig, kontrolliert und schrittweise an eine Sache heranzugehen, sei es bei der Arbeit oder bei einer Umstellung. Andernfalls wird sie irgendwann dich kontrollieren.

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